Ameland: 20.000 Jugendliche. Und Ruhe.

Ferienhaus "Commandeurshuis" auf Ameland

Nein, eine Sonnenscheingarantie gibt es hier nicht. Aber die Chance auf gutes Wetter ist auf den Nordseeinseln immer ein bisschen größer als auf dem Festland. Auch auf Ameland, einer der Westfriesischen Inseln vor der Küste der Niederlande, ist das so.

Die Unterhaltungsmöglichkeiten auf Ameland sind eher begrenzt. Es gibt drei Museen –

das kulturhistorische Museum, das Strandgut- und Landwirtschaftsmuseum und das Rettungsmuseum. Und wenn im Sommer alle zwei Wochen das Rettungsboot zu Wasser gelassen wird, gilt das schon als erwähnenswertes Großereignis. Dafür ist die Aussicht vom Leuchtturm bei Hollum spektakulär. Man überblickt die ganze Insel und weit über die Nordsee.

Vom Niederrhein nach Ameland

Seit den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts ist Ameland das Traumziel für Jugendliche. Damals wurden die ersten deutschen Kinder von Niederrhein zur Erholung an die Nordsee verfrachtet. “Kinderlandverschickung” nannte man das. Und es funktioniert noch heute – im Sommer bevölkern bis zu 20.000 Jugendliche die Insel, auf der im Winter gerade einmal 3.500 Menschen leben. Die meisten kommen noch immer aus Deutschland. Die machen auf den riesigen Campingplätzen und in den Jugendheimen ihr eigenes Programm.

Ruhe

Wir brauchen kein Programm. Wir sind bewusst nach dem Ende der Sommersaison angereist. Das Auto steht auf dem Festland in Holwerd am Anleger, wir haben nur die Koffer und die Fahrräder mit auf die Fähre genommen. Wir wohnen im frisch renovierten “Commandeurshuis”, mitten in Nes. Niedrige Decken, zweigeteilte Türen und Delfter Kacheln, die dort sicher seit der Erbauung des Hauses im Jahre 1684 hängen.

http://www.sommerhaus.de/ferienhaus/236259

Wir frühstücken im windgeschützen Garten des Ferienhauses. Wir verbringen die letzten warmen Tage am feinsandigen Strand, wandern am Flutsaum entlang und scheuchen Möwen auf, die die Plätze der Touristen zurückerobern. An den lauen Spätsommerabenden sitzen wir in dem kleinen Restaurant auf dem Marktplatz, bis über uns die Glocke der kleinen Kirche Mitternacht schlägt.

Die klare Seeluft macht den Kopf frei. Möwengeschrei und das Rauschen der Brandung sind die Geräusche der Ruhe. Der unendliche Horizont lässt Raum für unsere Gedanken. Ameland tut gut.